Einleitung

Als auf institutioneller Ebene erstmals über das Projekt Deutsch-Französischer Handelsmonitor Oberrhein nachgedacht wurde, waren bereits viele wirtschaftliche Rahmenbedingungen für rege Konsumverflechtungen zwischen dem Elsass und Baden gegeben.

 

Die Einführung der Gemeinschaftswährung Euro im Jahr 2001 beeinflusste das grenzüberschreitende Kaufverhalten in besonderem Maße, da plötzlich für jedermann Unterschiede im Preisniveau beiderseits des Rheins deutlich wurden und sich der Einkauf im Nachbarland erleichtert hat.

Ungeachtet der engen Konsumverflechtungen über den Rhein hinweg gab es bislang kein Instrument, das die grenzüberschreitenden Austauschbeziehungen umfassend quantitativ wie qualitativ umrissen hätte. Viele Erkenntnisse bezogen sich auf eigene Erfahrungen, vagen Vermutungen oder Einzelfallstudien.

 

Die Industrie- und Handelskammer in Straßburg, die für das Departement Bas-Rhin bereits seit einigen Jahren ein laufendes Handelsmonitoring betreibt, ergriff daher im Jahr 2004 die Initiative und schlug verschiedenen institutionellen Partnern auf der badischen Seite ein grenzüberschreitendes Projekt vor, mit dem Strukturen im Einzelhandel beiderseits des Rheins verglichen, Kaufkraftströme analysiert und quantifiziert sowie die grenzüberschreitenden

Auswirkungen größerer Einzelhandelsprojekte künftig besser eingeschätzt werden können. Die Idee eines Deutsch-Französischen Handelsmonitors Oberrhein war geboren!

Übergeordnetes Ziel des Deutsch-Französischen Handelsmonitors ist es, gemeinsam an ausgewogenen Einzelhandelsstrukturen am Oberrhein zu arbeiten und dabei die Interessen von Verbrauchern, Einzelhändlern, Investoren und Planungsinstanzen einzubeziehen.

 

Am 23. Juni 2008 wurden im Rahmen eines gemeinsamen Forums der beteiligten Partner die Ergebnisse des ersten Untersuchungsschritts der Öffentlichkeit vorgestellt. Künftig sollen die Ergebnisse alle drei Jahre fortgeschrieben werden, um beiderseits des Rheins Entwicklungen aufzuzeigen und damit der Handelswirtschaft als auch den Institutionen Entscheidungshilfen an die Hand zu geben. Ebenso ist geplant, das Untersuchungsgebiet auf den gesamten Oberrhein von der Sudpfalz bis in die Nordschweiz auszudehnen. Letztlich kann der Handelsmonitor auch ein Beitrag zur entstehenden Metropolregion Oberrhein sein.